Biologische Zahnmedizin

Die grundlegende Idee hinter dem Begriff „Biologische Zahnmedizin“ ist praktisch nebenwirkungsfrei zu arbeiten, sieht man einmal von dem eigentlichen operativen Eingriff ab. Doch selbst der wird, dank eines intelligenten Protokolls zumindest nebenwirkungsärmer, da zwei oder drei chirurgische Termine in einem Termin zusammen gefasst werden.

Biologische Zahnmedizin

Warum Biologische Zahnmedizin?

Moderne Zahnheilkunde ist zweifellos in der Lage ein hohes Versorgungsniveau in Bezug auf Dauerhaftigkeit, Komfort und Ästhetik von neuen restaurativen Versorgungen zu erreichen. Fehlende Zähne können heute überwiegend festsitzend ersetz werden und dort wo Karies entstanden ist, kann meistens mit substanzschonend und hochästhetisch mit Kunststoff ein gutes und langlebiges Ergebnis erreicht werden. Somit hat die Zahnmedizin in den letzten 20-30 Jahren gute Fortschritte erreicht, die nicht unterbewertet werden sollten.

Was allerdings wäre, wenn all dies noch intelligenter, schonender, besser verträglich und in geringerer Zeit realisierbar wäre? Wenn anstelle von Fremdmaterialien mit fraglicher Verträglichkeit, im gleichen Zug solche saniert und zusätzlich noch Entzündungen aus dem Kieferbereich entfernt werden könnten? Dann wäre tatsächlich eine neue Ebene erreicht, die es Patienten und Zahnärzten erlauben würde ganz neue und bessere Behandlungskonzepte zu ermöglichen – quasi Zahnheilkunde 3.0
Ohne Zweifel ist die beste Behandlung, diejenige die gar nicht erst stattfinden muss. Aus genau diesem Grund bietet das ZZN-Bocholt die SOLO-Prophylaxe® an.

Die meisten Erwachsenen weisen jedoch eines oder mehrere der unten beschriebenen Probleme auf, die ihre Gesundheit bereits oder zumindest potenziell beeinträchtigen und die häufig gar nicht in ihrem ursächlich gesundheitsbeeinträchtigendem Zusammenhang gesehen werden:

  • Wurzeltote oder wurzelkanalbehandelte (also ebenfalls tote) Zähne.
  • Entzündungen im Bereich von Weisheitszähnen, auch von solchen die bereits entfernt oder nie angelegt waren.
  • Unverträgliche Fremdmaterialien wie Amalgam, Kunststoffe, Titan und andere Dentallegierungen.

Die grundlegende Idee hinter dem Begriff „Biologische Zahnmedizin“ ist praktisch nebenwirkungsfrei zu arbeiten, sieht man einmal von dem eigentlichen operativen Eingriff ab. Doch selbst der wird, dank eines intelligenten Protokolls zumindest nebenwirkungsärmer, da zwei oder drei chirurgische Termine in einem Termin zusammen gefasst werden.

Wie das möglich ist? Drei Faktoren sind in der Biologischen Zahnmedizin grundlegend anders: Vorbereitung, Material und Design.

Während ein klassisches Vorgehen vor allem einen Ersatz von verloren gegangenen Zähnen im Blick hat, steht die Biologische Zahnmedizin erst einmal für Gesundung, also mehr für Medizin denn für Zahnmedizin. Ganzheitlich denkende Ärzte gehen davon aus, dass im Bereich von chronischen Allgemeinerkrankungen in mindestens 70% der Fälle die Bereiche Zahn, Mund und Kiefer, als Mitursache zumindest wesentlich beteiligt sind. Zu den chronischen Erkrankungen zählen unter anderem Gelenkerkrankungen, Probleme im Bewegungsapparat wie wiederkehrende Muskel, Sehnen und Faszienprobleme, Herz-Kreislauferkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes Typ 2, neurodegenerative Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Alzheimer und Probleme der Verdauungsorgane.

Erst in zweiter Linie geht es um den, sicherlich häufig notwendigen Ersatz von Zähnen.

Weiter oben war bereits von den drei Unterschieden bezüglich Vorgehen, Material und Design die Rede. Wo sind eigentlich die Unterschiede zum klassischen Vorgehen und wie verhält sich das nun im Detail?

Vorbereitung:

Zweidimensionale Röntgenbilder sind in der Zahnheilkunde seit mehr als 100 Jahren im Gebrauch und wertvoll um sich einen Überblick zu verschaffen und um Karies aufzuspüren. Um Veränderungen des Knochens, Entzündungen und genaue anatomische Beziehungen aufzudecken, sind sie aber nur bedingt geeignet. Hier spielen die genaueren Aussagen einer 3D-Aufnahme eine entscheidende Rolle. Da im ZZN in 98% der Fälle nach dem SCC = Short-Cut-Concept® vorgegangen werden kann, das Zahnentfernung und Implantation in einer Sitzung vorsieht, ist eine dreidimensionale Aufnahme unumgänglich. Hier zeigt sich die wahre Dimension der Wurzeln und es kann vorab eine realistische Auswahl des zu setzenden Implantats erfolgen.

Biologisches Behandlungsprotokoll (BTP®):

Während auch heute noch üblicherweise kaum Vorbereitungen für ein möglichst sicheres Einheilen von Implantaten getroffen werden, sind umfangreiche Vorbereitungen im ZZN-Bocholt Standard. Die Verlust- und Komplikationsrate hat sich hierdurch wesentlich reduziert und der Nutzen des von uns durchgeführten Behandlungsprotokolls ist durch entsprechende Studien wissenschaftlich nachgewiesen (1),(2). Unsere Patienten und wir sind der Ansicht, dass die Entfernung und der anschließende Ersatz fehlender möglichst sicher und schmerzfrei erfolgen sollte. Deshalb wird vom BTP® Gebrauch gemacht, das im Wesentlichen vorab eine Untersuchung bestimmter Blutwerte wie Vitamin D und Cholesterin vorsieht und anschließen eine anti-entzündliche Vorbereitung des Patienten, entsprechend der gefundenen Laborwerte. Dies geschieht im Wesentlichen durch die Heilpraktikerpraxis des ZZN- Bocholt, die über die notwendige Expertise verfügt.

Material:

Bei allen verwendeten Implantaten im Rahmen der Biologischen Zahnmedizin handelt es sich ausschließlich um Keramikimplantate. Diese basieren alle herstellerunabhängig auf dem vollkeramischen Werkstoff TZP (Tetragonal Zirconia Polycrystal) und sind sämtlich zu 100% metallfrei und biokompatibel. Unverträglichkeiten oder Allergien, wie bei anderen dentalen Materialien sind hier ausgeschlossen, weshalb auch ein entsprechender Verträglichkeitstest überflüssig ist. Vollkeramische Implantate werden durch Herrn Tegtmeier bereits seit ca. 2005 gesetzt, dem Rollout des ersten kommerziell erhältlichen Vollkeramikimplantats. Keramikimplantate sind seit dieser Zeit effizienter, vielseitiger einsetzbar und ihre Stabilität hat durch neue Verfahrenstechniken und Designs deutlich an Stabilität gewonnen. Zahnfleisch wächst hervorragend auf Zirkonoberflächen, im Gegensatz zu Titanoberflächen. Das führt zu weniger Zahnfleisch- und auch Knochenrückgang. Kurzfristig, aber auch über die Jahre gerechnet, denn Zirkonimplantate verursachen kaum jemals entzündliche Prozesse (Periimplantitis), in deren Folge ein Implantat sogar verloren gehen kann. Inzwischen gelten die Ursachen einer solchen Periimplantitis weitgehend als geklärt. Weniger das Titan selber, sondern dessen zwangsläufige Verunreinigung im Produktionsprozess durch Elemente wie, Zinn, Eisen, Kupfer oder Nickel führen im Knochen und Zahnfleisch zu Abwehrreaktionen im Rahmen einer TNF-α und Interleukin (IL-1b) stimulierten Prozesses (3).

Design:

Im Rahmen der Sofortimplantation kommt im ZZN-Bocholt ausschließlich das Short-Cut-Concept® (SCC) nach Dr. Volz zur Anwendung. Er hat auch das zur Anwendung kommende SDS Implantat so entwickelt, dass erstmals ein vollkeramisches Implantat genau als Sofortimplantat gedacht wurde. Gerade Vollkeramik ist für eine Sofortimplantation bestens geeignet da es im Gegensatz zu einem Titanimplantat ohne Microentzündung einheilt. Das Short-Cut-Concept® sollte wann immer Möglich zur Anwendung kommen, da ein Verlust von Knochen und Zahnfleisch kaum noch vorkommt.

Nach dem Entfernen eines Zahnes kommt es nämlich normalerweise zu einem erheblichen Umbau des Kieferknochens und des Zahnfleischs. Dies liegt daran, dass der Körper „denkt“, dass die Gewebe im Bereich des extrahierten Zahns nicht mehr gebraucht werden. Dieser Prozess ist patientenindividuell und im Einzelfall nicht vorhersehbar. Sie können sich das sicherlich leicht vorstellen, falls Sie schon einmal eine Woche krank im Bett gelegen haben. Selbst in dieser kurzen Zeit kommt es bereits zu einem Muskelabbau, der Stehen und Gehen deutlich erschweren kann. Dennoch lässt sich in den meisten Fällen auch eine sogenannte Spätimplantation durchführen, also eine Implantation nach drei Monaten oder später. Allerdings muss dann häufig mehr Engagement in den Aufbau verloren gegangenen Knochens oder Zahnfleisch investiert werden und natürlich ist mindestens ein weiterer Eingriff erforderlich. Fehlt Ihnen also bereits ein Zahn oder mehrere, sollten Sie sich schnellstmöglich mit der Zahnarztpraxis Ihres Vertrauens in Verbindung setzen um die Behandlungsoptionen zu prüfen und um einer Verschlechterung Ihrer Situation vorzubeugen. In unserer Zahnarztpraxis kommen neben den bereits erwähnten vollkeramischen Implantaten der Firma Swiss Dental Solutions® (SDS) auch solche der Firmen Zeramex® und SMP® nach Dr. Gerstenberg für eine Spätimplantation zum Einsatz.

Das Short-Cut-Concept® hingegen ist nur mit einem speziellen Design, das bereits eine sofortige, befriedigende Stabilität des Implantats gewährleistet und das sofort nach dem Einbringen in den Mund wie ein natürlicher Zahn präpariert werden kann. Im Frontzahnbereich und im vorderen Seitenzahnbereich ist normalerweise auch eine sofortige Versorgung mit einem festsitzenden Provisorium möglich; vor allem, wenn mehrere Implantate miteinander verbunden werden können. Gerade hier spielt das SCC® seine Stärken aus und erspart Ihnen Zeit und Zahnarzttermine. Im hinteren Seitenzahnbereich wird allerdings auch im Rahmen des SCC® meistens auf eine Sofortversorgung der Implantate verzichtet, da einerseits der Bereich der Ästhetik hier meist weniger im Vordergrund steht und andererseits die Kaubelastungen der noch frischen Keramikimplantate hier besonders hoch ist. Eine sichere Einheilung soll schließlich nicht gefährdet werden.