Lasergestützte Wurzelkanalbehandlung

Vielleicht haben Sie es selber schon einmal erlebt. Ein vormals unempfindlicher Zahn meldet sich mehr oder weniger heftig und lässt sich kaum mehr aus dem Bewusstsein verdrängen. Ursache kann eine relativ harmlose Überempfindlichkeit des betroffenen Zahns oder aber auch eine umumkehrbare Veränderung des Zahnnerven sein - eine Nerventzündung.

Als Ursache für eine Nerventzündung gilt das Eindringen von Keimen in den Wurzelkanal. Die Bakterien breiten sich in diesem Nervenkanal, seinen abzweigenden Seitenkanälchen und eventuell auch in den umliegenden Knochen aus.

Ein langfristiger Erhalt des Zahns ist dann nur noch über eine Wurzelkanalbehandlung möglich. Hierbei wird der Nervkanal durch eine Zugangsbohrung eröffnet, und die infizierte Pulpa (Nervgewebe) durch Hand- oder Maschineninstrumente entfernt.

Ein Erfolg und damit Schmerzfreiheit und ein langfristiger Erhalt des Zahns stellt sich nur ein, wenn es gelingt möglichst alle Bakterien aus dem Hauptkanal sowie aus den Seitenkanälen zu entfernen.

Spezielle chemischer Spülflüssigkeiten, medikamentösen Einlagen reinigen und desinfizieren den Wurzelkanal und entfernen die mechanischen Abtragungen von den Wurzelkanalwänden.

Diesen Methoden sind allerdings physikalische Grenzen gesetzt.

Mechanische lassen sich die Kanalwände nur im Rahmen einer gewissen Stärke abtragen ohne die Stabilität der Wurzel zu gefährden. Durch ihre Konsistenz und Oberflächenspannung sind Spülflüssigkeiten und medikamentöse Einlagen nur begrenzt in der Lage in die kleinen Seitenkanälchen einzudringen, die jeder Wurzelkanal mehr oder weniger stark aufweist. Ihr Durchmesser beträgt häufig nicht mehr als 1μm, also 1/1000 mm.

Bei einer konventionellen Wurzelkanalbehandlung bleiben somit unweigerlich aktive Restbakterien in Zahn und Umgebung, was den Grund für einen Misserfolg (Schmerzen oder Entzündung) einer Wurzelkanalbehandlung darstellt.

Allerdings besteht ebenfalls die Möglichkeit, dass ein solcher Zahn zwar schmerzfrei bleibt, die Bakterien aber dennoch aktiv bleiben. Eine Entzündung bildet sich in der Umgebung der Zahnwurzel. In diesem Fall spricht man von einem Zahnherd oder Störfeld. Die überlebenden Bakterien stellen in diesem Fall ihren Stoffwechsel auf diese sauerstofffreien, auch anaeroben Bedingungen genannt um. Dabei werden Thioäther und Mercaptan gebildet, zwei der giftigsten organischen Substanzen überhaupt. Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag Störfeldsanierung.

Ein geeigneter Dentallaser der Wellenlänge ND-Yag kann hier Abhilfe schaffen. Sein hochgradig energiereiches Licht ist in der Lage Bakterien in einem Umkreis von etwa 3mm sicher abzutöten, ohne körpereigenes Gewebe zu schädigen. Im Vergleich dazu erreichen chemische Spüllösungen nur eine Tiefe von etwa 0,1mm. Eine dünne Laserfaser lässt sich über den Wurzelkanal problemlos bis an die Wurzelspitze führen, um hier auf das umliegende Gewebe desinfizierend einzuwirken.

Die Erfolgswahrscheinlichkeit der Wurzelbehandlung wird dadurch erheblich gesteigert.

Professor Gutknecht von der Universität Aachen hat in einer Studie die Effektivität des ND-Yag Lasers eindrucksvoll belegen können:

http://www.zwp-online.info/epaper/pub/4d74d711588e9/page49.html

Da die Wurzelkanalbehandlung mittels Laser nur einen geringen Finanz- und Zeitaufwand erfordert und zugleich auch absolut schmerzfrei ist, kann sie als sinnvolle Ergänzung zur konventionellen Wurzelbehandlung angesehen werden.

Anschließend kommt es noch auf einen möglichst dichten Verschluss des behandelten Wurzelkanals an. Diese Wurzelkanalfüllung kann auf verschiedene Arten in den Zahn eingebracht werden. Im Zentrum Zahnmedizin und Naturheilkunde (ZZN-Bocholt) wird dabei die Thermafil-Methode© bevorzugt. Dabei wird ein Kunststoffstift, der mit Guttapercha ummantelt ist erwärmt und als Wurzelfüllung eingebracht. Das erweichte Guttapercha fließt so auch in Nebenkanäle ein und verschließt diese zuverlässig.

© ZZN-Bocholt. Autoren: F. Tegtmeier und A. Westerheide, Zahnärzte